Kurz gefasst
Eine grüne oder graue Fassade braucht nicht immer einen neuen Anstrich. Oft reicht eine fachgerechte Reinigung, die nur einen Bruchteil kostet. Entscheidend ist das Verfahren. Was bei Klinker funktioniert, kann einen Putz oder eine gedämmte Fassade beschädigen.
Fassade
Fassade reinigen: Kosten, Verfahren und wann es sich lohnt
Eine Fassade reinigen zu lassen kostet meist 5 bis 25 Euro pro Quadratmeter, je nach Verfahren und Verschmutzung. Dazu kommen Gerüst oder Hubsteiger, die bei hohen Häusern den Preis bestimmen.
5 bis 25 Euro pro qm, je nach Verfahren und Untergrund.
1 bis 3 Tage für ein Einfamilienhaus, plus Trocknung.
Ohne Nachbehandlung kehren Algen oft nach wenigen Jahren zurück.
Was kostet eine Fassadenreinigung?
Der Preis hängt an drei Punkten: Verfahren, Zugänglichkeit und Grad der Verschmutzung. Ein flach bewachsener Putz im Erdgeschoss ist schnell gereinigt. Eine rußige Klinkerfassade an einer Hauptstraße braucht dagegen mehrere Durchgänge. Die Werte gelten für Fachbetriebe, Stand 2026.
| Leistung | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| Niederdruckreinigung mit Algenmittel | 5 bis 12 Euro je qm | Putz und WDVS |
| Heißwasser- oder Dampfreinigung | 8 bis 18 Euro je qm | schonend, ohne viel Chemie |
| Chemische Reinigung mit Spezialreiniger | 10 bis 20 Euro je qm | Ruß, Fett, Kalkschleier |
| Strahlverfahren mit feinem Granulat | 12 bis 25 Euro je qm | Klinker, Naturstein |
| Graffitientfernung | 20 bis 60 Euro je qm | je nach Farbe und Untergrund |
| Schutzbehandlung gegen Neubewuchs | 3 bis 8 Euro je qm | verlängert die Wirkung |
| Hubsteiger | 250 bis 500 Euro je Tag | für Häuser bis etwa drei Geschosse |
| Gerüst | 8 bis 16 Euro je qm Gerüstfläche | bei großen oder verwinkelten Fassaden |
Beispiel: Ein freistehendes Einfamilienhaus mit 180 Quadratmeter Putzfassade wird mit Heißwasser gereinigt und nachbehandelt. Die Arbeiten liegen bei rund 2.000 bis 3.500 Euro, mit zwei Tagen Hubsteiger kommen etwa 600 bis 1.000 Euro dazu.
Welches Verfahren passt zu welcher Fassade?
Die Faustregel lautet: so sanft wie möglich, so stark wie nötig. Putz und gedämmte Fassaden reagieren empfindlich auf hohen Druck. Klinker und Naturstein vertragen mehr, haben aber ihre eigenen Tücken wie empfindliche Fugen.
| Fassade | Geeignete Verfahren | Vorsicht bei |
|---|---|---|
| Mineralischer Putz | Niederdruck, Heißwasser, Algenmittel | hohem Druck, der Putz auswäscht |
| Wärmedämmverbundsystem | Niederdruck, sanfte Mittel | Druck und Wasser in Fugen oder Rissen |
| Klinker | Heißwasser, feines Strahlgut, Spezialreiniger | säurehaltigen Mitteln, offenen Fugen |
| Naturstein | Dampf, Mikrostrahlen | groben Verfahren, die die Oberfläche angreifen |
| Holz | Bürste, milde Reiniger | Hochdruck, der Fasern aufraut |
Bei Klinker gilt: Offene oder bröselnde Fugen erst reparieren, dann reinigen. Sonst drückt die Reinigung Wasser ins Mauerwerk. Wie Fugen erneuert werden, steht im Ratgeber zu den Fugen der Klinkerfassade. Eine Holzfassade braucht eine eigene Behandlung, die der Ratgeber Holzfassade sanieren beschreibt.
Warum der Hochdruckreiniger oft mehr schadet als nützt
Viele Hausbesitzer greifen zum eigenen Hochdruckreiniger. Das Ergebnis sieht am ersten Tag gut aus. Der Strahl raut aber die Oberfläche von Putz und Farbe auf. In der rauen Struktur setzen sich Algen danach noch schneller fest.
Bei einer gedämmten Fassade ist das Risiko größer. Der Strahl kann Wasser durch feine Risse hinter die Putzschicht drücken. Dort trocknet es kaum ab und kann die Dämmung durchfeuchten. Ein kleiner Riss wird so zum großen Schaden.
Algen an der Fassade: reinigen reicht nicht
Grüne Beläge sind meist Algen, oft zusammen mit Pilzen. Sie wachsen dort, wo die Fassade lange feucht bleibt. Typisch sind Nordseiten, Flächen hinter Büschen und gedämmte Fassaden, die nachts stark abkühlen.
Eine reine Reinigung entfernt den Belag, aber nicht die Ursache. Ohne Nachbehandlung kehrt der Bewuchs oft nach zwei bis vier Jahren zurück. Hilfreich sind ein Algenschutzmittel nach der Reinigung, zurückgeschnittene Pflanzen und ein ausreichender Dachüberstand. Beim nächsten Anstrich spielt die Wahl des Putzes und der Farbe eine Rolle. Welche Unterschiede es gibt, zeigt der Vergleich Silikonharzputz oder Silikatputz.
Reinigen oder gleich neu streichen?
Eine Reinigung lohnt sich, wenn Farbe und Putz technisch in Ordnung sind. Klopfe an einigen Stellen auf den Putz und wische mit der Hand über die Farbe. Klingt der Putz fest und bleibt kaum Farbe an der Hand, reicht meist die Reinigung.
Kreidet die Farbe stark, blättert sie ab oder zeigen sich Risse, ist ein Anstrich die bessere Wahl. Die Reinigung ist dann ohnehin der erste Arbeitsschritt. Was ein Anstrich kostet, steht im Ratgeber Fassade streichen oder verputzen. Bei größeren Schäden hilft der Überblick Fassade sanieren.
Was gilt für Abwasser und Reinigungsmittel?
Bei der Reinigung entsteht Schmutzwasser mit Algenresten und Reinigungsmitteln. Es darf nicht einfach in den Garten, in den Regenwasserkanal oder in ein Gewässer laufen. Die Regeln dafür setzen Gemeinden und Wasserbehörden unterschiedlich. Ein Fachbetrieb kennt die örtlichen Vorgaben und fängt das Wasser bei Bedarf auf.
Frag im Angebot nach, welche Mittel eingesetzt werden und wie das Wasser entsorgt wird. Schütze Pflanzen, Fenster und Autos in der Nähe. Faserzementplatten an der Fassade aus der Zeit vor Ende 1993 können Asbest enthalten und dürfen nicht gereinigt werden. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Asbest-Fassadenplatten.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man eine Fassade reinigen?
Kann ich die Fassade selbst reinigen?
Welche Jahreszeit eignet sich für die Reinigung?
Brauche ich für die Reinigung eine Genehmigung?
Hilft eine Reinigung gegen Feuchte in der Wand?
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise als Spannen, Stand 2026, Angaben ohne Gewähr.
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