Fassadensanierung
Fassade sanieren: Vom Riss bis zum neuen Anstrich Schritt für Schritt
Eine gepflegte Fassade schützt das Haus und sieht gut aus. Hier erfährst du, wie du deine Fassade sanieren lässt, wie du Risse und Putzschäden erkennst und in welcher Reihenfolge die Arbeiten sinnvoll ablaufen.

Wenn du deine Fassade sanieren willst, schützt du damit die Außenwand vor Regen, Frost und Schmutz. Eine intakte Fassade hält Feuchtigkeit ab und spart Heizenergie. Gehst du systematisch vor, vom Riss über den Putz bis zum Anstrich, hält das Ergebnis viele Jahre. In diesem Ratgeber siehst du, wie du Schäden erkennst, in welcher Reihenfolge die Arbeiten laufen und wie du Putz und Farbe passend auswählst.
Der wichtigste Grundsatz vorweg: Eine Fassade saniert man von unten nach oben im Aufbau, aber immer vom Problem zur Oberfläche im Ablauf. Erst der gesunde Untergrund, dann der Putz, zuletzt die Farbe. Wer diese Reihenfolge umdreht und einfach über den alten, maroden Putz streicht, hat oft nach wenigen Jahren dieselben Schäden wieder.
Wann solltest du die Fassade sanieren?
Eine Fassade altert langsam, aber stetig. Sonne bleicht die Farbe, Regen wäscht sie aus, Frost sprengt feine Risse auf. Typische Anzeichen sind abblätternde Farbe, grüne Algen an der Wetterseite und hohle Stellen im Putz. Auch feuchte Wände im Inneren können auf eine undichte Fassade hindeuten. Oft zeigt sich der Verschleiß zuerst an der Wetterseite, meist der West- oder Nordwand.
Warte nicht zu lange. Kleine Risse lassen sich günstig ausbessern. Dringt aber erst Wasser hinter den Putz, wird die Sanierung deutlich teurer. Feuchtigkeit friert im Winter, dehnt sich aus und sprengt den Putz von der Wand. Aus einem Haarriss wird so über die Jahre eine großflächige Ablösung.
Feine Haarrisse sind harmlos, breite Risse lassen Wasser eindringen.
Grüner Bewuchs zeigt dauerhafte Feuchtigkeit an der Wand.
Blättert die Farbe, ist der Anstrich am Ende seiner Lebensdauer.
Risse und Schäden richtig erkennen
Bevor du die Fassade sanieren lässt, steht die Analyse. Klopfe den Putz ab: Klingt es hohl, hat sich der Putz vom Untergrund gelöst. Solche Stellen musst du abschlagen und neu aufbauen. Unterscheide feine Haarrisse von tiefen Rissen, die durch den ganzen Putz gehen. Ein einfacher Test hilft: Feuchte einen Riss an. Zieht das Wasser schnell ein, ist der Riss offen und Wasser dringt in die Wand.
| Schaden | Bedeutung |
|---|---|
| Haarrisse | oberflächlich, meist unkritisch, mit Riss-Spachtel lösbar |
| Breite Risse | Wasser kann eindringen, Putz muss geöffnet werden |
| Hohler Putz | hat sich gelöst, abschlagen und neu verputzen |
| Algen | Untergrund reinigen und Feuchtequelle beheben |
| Absandender Putz | Oberfläche rieselt, Untergrund muss gefestigt werden |
Fassade sanieren Schritt für Schritt
Eine Fassadensanierung folgt einer klaren Reihenfolge. Zuerst wird die Fassade gereinigt, etwa mit einem Niederdruckverfahren gegen Algen. Danach werden lose Teile entfernt und Risse geöffnet. Anschließend wird der Untergrund grundiert, damit der neue Putz haftet. Fehlt dieser Schritt, löst sich der frische Putz später wieder.
Dann folgt der Putzaufbau, oft in mehreren Lagen mit einem Armierungsgewebe gegen neue Risse. Das Gewebe verteilt Spannungen in der Wand und verhindert, dass sich neue Risse durchdrücken. Zum Schluss kommt der Anstrich. Jede Schicht braucht Zeit zum Trocknen. Deshalb ist trockenes, mildes Wetter wichtig. Bei Frost oder praller Sonne darf nicht verputzt werden, sonst reißt oder brennt der Putz auf.
Ein wichtiger Zwischenschritt ist die Ursachensuche. Zeigt die Fassade Algen oder feuchte Stellen, reicht es nicht, nur die Oberfläche zu erneuern. Prüfe, ob eine defekte Dachrinne, ein undichtes Fallrohr oder aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Sockel die Quelle sind. Behebst du die Ursache nicht, kommt der Schaden trotz frischem Putz zurück. Deshalb gehört der Blick auf Dachrinne, Fensterbänke und Sockel zu jeder ehrlichen Fassadensanierung dazu.
Die Fensteranschlüsse verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. An den Übergängen zwischen Putz und Fensterrahmen entstehen oft die ersten Risse, weil sich beide Materialien unterschiedlich bewegen. Hier hilft ein elastisches Dichtband oder ein sauber gearbeiteter Anschluss, damit an dieser Schwachstelle kein Wasser eindringt.
Putz und Anstrich richtig wählen
Beim Putz hast du die Wahl zwischen mineralischen und kunststoffgebundenen Systemen. Mineralputz ist diffusionsoffen und lässt die Wand atmen, er ist zudem von Natur aus wenig anfällig für Algen. Kunststoffputz ist elastisch und robust gegen Stöße. Beim Anstrich sind Silikatfarbe und Silikonharzfarbe verbreitet. Beide schützen vor Wasser, lassen aber Feuchtigkeit von innen entweichen.
Wichtig ist, dass Putz und Farbe zusammenpassen. Eine dichte Farbe auf einem atmenden Putz kann Feuchtigkeit einschließen. Dann bilden sich Blasen und die Farbe platzt ab. Achte deshalb auf ein abgestimmtes System und auf die Herstellerangaben. Auch die Farbwahl spielt für die Haltbarkeit eine Rolle: Sehr dunkle Töne heizen sich stark auf und altern an der Sonnenseite schneller.
Dämmung gleich mitdenken
Steht ohnehin ein Gerüst, ist das der günstigste Moment für eine Fassadendämmung. Ein Wärmedämmverbundsystem senkt die Heizkosten und schützt die Wand zusätzlich vor Wetter. Wer die Fassade sanieren lässt und dabei gleich dämmt, spart Gerüst und Anfahrt nur einmal statt zweimal. Zu bedenken ist, dass sich durch die Dämmung die Fassade nach außen verbreitert. Dachüberstand, Fensterbänke und Rollladenkästen müssen dann angepasst werden.
Für energetische Maßnahmen gibt es oft Förderungen, wenn bestimmte Dämmwerte erreicht werden. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Neutrale Informationen dazu bietet die Verbraucherzentrale.
Willst du zunächst ohne Dämmung sanieren, ist das ebenfalls in Ordnung. Wichtig ist dann, den Putzaufbau so zu wählen, dass er die Wand nicht abdichtet. Eine alte Massivwand aus Vollziegel oder Naturstein muss weiter atmen können. Ein diffusionsoffenes System aus Kalk- oder Silikatputz mit passender Farbe hält die Wand trocken, ohne die Feuchtigkeit einzuschließen.
Zum Abschluss noch ein Wort zum Ablaufplan über die Jahre. Eine gut sanierte Fassade musst du nicht ständig anfassen. In der Regel reicht es, alle paar Jahre die Wetterseite zu kontrollieren, Algen früh zu entfernen und kleine Risse rechtzeitig zu schließen. So verlängerst du die Zeit bis zur nächsten großen Sanierung deutlich. Wer diese kleinen Kontrollen ernst nimmt, spart am Ende die teure Komplettsanierung, die entsteht, wenn Feuchtigkeit jahrelang unbemerkt in die Wand zieht.
Plane die Arbeiten außerdem in der richtigen Jahreszeit. Ideal ist die Zeit von Mai bis September, wenn es mild und trocken ist. Der Putz braucht Temperaturen über etwa fünf Grad und darf weder frieren noch in der prallen Sonne zu schnell trocknen. Ein Gerüstnetz schützt die frische Fläche vor Sonne und Regen, bis alles ausgehärtet ist.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Fassadensanierung?
Muss ich jeden Riss reparieren?
Reicht ein neuer Anstrich?
Wann ist die beste Jahreszeit?
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