Kurz gefasst

Innendämmung ist die Lösung, wenn die Fassade bleiben muss. Sie kostet rund die Hälfte einer Außendämmung und braucht kein Gerüst. Dafür ist sie bauphysikalisch heikler: Jeder Aufbau verschiebt den Taupunkt nach innen. Ohne Feuchteschutznachweis und saubere Anschlüsse wird aus der Dämmung ein Schimmelschaden.

Gebäudehülle

Innendämmung: Kosten pro qm und wann sie sinnvoll ist

Innendämmung kostet pro qm meist 60 bis 150 Euro, fertig verputzt und gestrichen. Damit liegt sie deutlich unter einer Außendämmung. Entscheidend ist aber nicht der Preis, sondern ob der gewählte Aufbau die Wand trocken hält.

Die kurze Antwort: Rechne mit 60 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wandfläche. Einfache Verbundplatten starten bei 45 Euro, Calciumsilikat liegt bei 90 bis 150 Euro, Hochleistungsplatten aus Aerogel bei 200 bis 400 Euro. Für ein Reihenmittelhaus mit 70 Quadratmetern Außenwand sind das 4.500 bis 10.500 Euro. Der Nachweis zum Feuchteschutz kostet 300 bis 900 Euro und gehört bei jedem Projekt dazu.
Kosten

60 bis 150 Euro je Quadratmeter, fertig verputzt. Nebenkosten für Laibungen und Maler kommen dazu.

Dauer

5 bis 10 Werktage für 70 Quadratmeter. Davor 2 bis 4 Wochen für Planung und Nachweis.

Genehmigung

Meist keine Baugenehmigung nötig. Steht das Haus unter Schutz, entscheidet die Denkmalbehörde mit.

Was kostet Innendämmung pro qm?

Die Innendämmung kostet pro qm sehr unterschiedlich, weil die Systeme unterschiedlich viel können. Günstige Platten dämmen gut, puffern aber keine Feuchte. Teure Platten nehmen Feuchte auf und geben sie wieder ab.

Die folgenden Preise gelten fertig montiert, verspachtelt und gestrichen, Stand 2026.

SystemPreis je qmDicke für rund 0,35 W/(m²K)Eignung
Verbundplatte aus Polystyrol mit Gipskarton45 bis 80 Euroca. 10 cmtrockene Wände, kleines Budget
Ständerwerk mit Mineralwolle und Dampfbremse60 bis 100 Euroca. 10 cmunebene Wände, Leitungen in der Ebene
Mineralschaumplatte65 bis 110 Euroca. 10 cmStandardfall, nicht brennbar
Holzfaserplatte70 bis 130 Euroca. 9 cmFachwerk, Holzbalkendecken
Calciumsilikatplatte90 bis 150 Euroca. 12 cmfeuchtebelastete Wände, Schimmelvorgeschichte
Dämmputz auf Kalkbasis50 bis 90 Euroca. 14 cmkrumme Wände, Denkmal
Aerogel oder Vakuumdämmplatte200 bis 400 Euroca. 3 cmwenn kein Platz bleibt
Feuchteschutznachweis oder Simulation300 bis 900 Euro je Projektentfälltbei jedem Aufbau sinnvoll
Laibungen von Fenstern dämmen15 bis 35 Euro je lfmentfälltPflichtposten gegen Wärmebrücken
Steckdosen und Heizkörper versetzen60 bis 180 Euro je Stückentfälltfast immer nötig
Malerarbeiten nach der Montage12 bis 25 Euro je qmentfälltmeist der ganze Raum

Oft vergessen wird der Verlust an Wohnfläche. Bei 28 Metern Wandlänge und 10 Zentimetern Aufbau sind rund 3 Quadratmeter weg.

Wann ist Innendämmung die richtige Wahl?

Innendämmung ist kein Kompromiss zweiter Klasse. Sie ist bei vier Konstellationen die einzige sinnvolle Lösung.

Denkmalschutz und erhaltenswerte Fassaden. Stuck, Gesimse oder Sichtfachwerk dürfen nicht verschwinden. Von innen bleibt die Ansicht unberührt.

Sichtmauerwerk aus Klinker. Eine Klinkerfassade zu überdämmen zerstört das Erscheinungsbild und ist oft auch im Bebauungsplan untersagt.

Reihenmittelhaus und Doppelhaushälfte. Hier gibt es nur zwei Außenwände. Ein Gerüst rundum lohnt sich nicht.

Einzelne Räume. Stört nur ein kaltes Schlafzimmer, dämmst du diesen einen Raum. Eine Außendämmung geht nur für die ganze Fassade.

Taupunkt und Feuchte verständlich erklärt

Warme Raumluft enthält Wasserdampf. Kühlt sie ab, kann sie weniger Wasser halten und der Überschuss fällt als Tauwasser aus. Der Ort dieses Wechsels heißt Taupunkt.

Ohne Dämmung liegt der Taupunkt in der Mauer, wo die Wand ihn wegtrocknen kann. Eine Innendämmung hält die Wärme im Raum. Die Mauer dahinter bleibt kalt, und der Taupunkt wandert an die Grenze zwischen Dämmung und Mauerwerk.

Der Kernsatz: Bei Innendämmung ist nicht die Dämmstärke das Risiko, sondern die Frage, ob das anfallende Tauwasser im Sommer wieder austrocknen kann.

Es gibt zwei Wege, das zu lösen. Der erste ist die dichte Ebene: Eine Dampfbremse hält die Feuchte aus dem Aufbau heraus. Sie muss lückenlos verklebt sein, sonst wirkt sie an der Fehlstelle wie ein Trichter.

Der zweite Weg ist der kapillaraktive Aufbau. Mineralschaum, Calciumsilikat und Holzfaser nehmen Feuchte auf und leiten sie zurück in den Raum. Diese Systeme kommen ohne Folie aus und verzeihen kleine Fehler.

Welcher Weg passt, klärt ein Nachweis zum klimabedingten Feuchteschutz. Für einfache Fälle reicht das Verfahren nach DIN 4108-3. Bei Schlagregen, Fachwerk oder Holzbalkendecken gehört eine hygrothermische Simulation dazu.

Innendämmung oder Außendämmung im Vergleich

Die Außendämmung ist bauphysikalisch die bessere Lösung, wo sie möglich ist.

KriteriumInnendämmungAußendämmung
Kosten je qm Wandfläche60 bis 150 Euro150 bis 250 Euro inklusive Gerüst
Erreichbarer U-Wert0,30 bis 0,45 W/(m²K)0,15 bis 0,24 W/(m²K)
Wärmebrückenbleiben an Decken und Innenwändenweitgehend gelöst
Wohnflächegeht verlorenbleibt erhalten
Speichermasse der Wandnicht mehr nutzbarbleibt nutzbar
Bauzeit für ein Reihenhaus1 bis 2 Wochen4 bis 8 Wochen
Wohnen währenddessenraumweise möglichuneingeschränkt möglich
Fassadenbildbleibt unverändertändert sich sichtbar

Die Sanierung der Fassade und eine mögliche Außendämmung gehören in dieselbe Entscheidung.

Förderung und geforderte U-Werte

Innendämmung ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme förderfähig. Der Grundzuschuss liegt bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor, kommen 5 Prozent dazu.

Die förderfähigen Kosten sind je Wohneinheit gedeckelt. Anträge und die aktuellen Sätze findest du beim BAFA, die Kreditvariante läuft über die KfW.

Für die Förderung gilt ein Zielwert beim U-Wert der Außenwand. Bei Innendämmung sind unter bestimmten baulichen Bedingungen höhere Werte zugelassen als bei einer Dämmung von außen. Die genauen Zahlen stehen in den technischen Mindestanforderungen der jeweils gültigen Richtlinie. Ein Energieeffizienz-Experte muss die Maßnahme begleiten und bestätigen.

Alternativ lässt sich die Maßnahme steuerlich absetzen: 20 Prozent der Kosten über drei Jahre für selbstgenutztes Wohneigentum. Beides zusammen geht nicht. Welcher Weg günstiger ist, zeigt der Vergleich der Förderwege.

Häufige Ausführungsfehler, die zu Schimmel führen

Hohlräume hinter der Platte. Wird die Dämmplatte nur mit Mörtelbatzen angesetzt, entsteht eine kalte Luftschicht. Dort schlägt sich Feuchte nieder. Alle Platten gehören vollflächig verklebt.

Offene Anschlüsse an Innenwänden und Decken. An diesen Stellen läuft die Wärme weiter nach außen. Die Dämmung muss 40 bis 60 Zentimeter in den Raum hinein umgeführt werden, sonst schimmelt genau diese Kante.

Ungedämmte Fensterlaibungen. Der schmale Streifen rund um das Fenster wird nach der Dämmung zum kältesten Punkt im Raum. Zwei Zentimeter Hochleistungsdämmung lösen das.

Feuchte Wand nicht vorher geklärt. Aufsteigende Nässe oder ein undichter Sockel dürfen nicht eingepackt werden. Erst die Ursache beheben, dann dämmen. Ein Verdacht klärt sich mit der Checkliste zu feuchten Wänden.

Undichte Dampfbremse. Steckdosen, Rohre und Balkenköpfe durchstoßen die Folie. Jede Durchdringung braucht eine Manschette. Wo das nicht sauber geht, ist ein kapillaraktiver Aufbau die sicherere Wahl.

Balkenköpfe von Holzbalkendecken sind der kritischste Punkt überhaupt. Sie stecken in der kalten Außenwand und können faulen. Bei Holzbalkendecken gehört die Bewertung eines Fachplaners dazu, nicht die Faustregel eines Handwerkers.

Häufige Fragen

Wie dick muss eine Innendämmung sein?
Üblich sind 6 bis 12 Zentimeter, je nach Material. Mehr Dämmung bringt kaum zusätzlichen Effekt, kühlt die Wand aber weiter aus. Bei kapillaraktiven Systemen empfehlen Hersteller deshalb oft eine Begrenzung auf 8 bis 10 Zentimeter.
Kann ich Innendämmung selbst anbringen?
Handwerklich geübte Eigentümer schaffen die Montage im einfachen Raum. Kritisch sind Anschlüsse, Laibungen und die Dampfbremse. Bei Förderung ist eine Fachunternehmererklärung nötig, Eigenleistung wird dann nur beim Material anerkannt.
Wie viel Heizkosten spart eine Innendämmung?
Bei einer ungedämmten Ziegelwand sinkt der Wärmeverlust über die Wand um 60 bis 75 Prozent. Auf die gesamte Heizrechnung wirkt das je nach Anteil der Außenwand mit etwa 10 bis 20 Prozent.
Muss ich nach der Dämmung anders lüften?
Ja. Die Wand puffert weniger Feuchte, deshalb steigt die Raumluftfeuchte schneller. Zweimal täglich Stoßlüften für fünf bis zehn Minuten ist das Minimum. Ein Hygrometer im Schlafzimmer hilft bei der Kontrolle.
Ist Innendämmung bei Schimmel an der Wand erlaubt?
Nur nachdem die Ursache beseitigt ist. Wächst der Schimmel wegen zu geringer Oberflächentemperatur, kann eine Calciumsilikatplatte das Problem dauerhaft lösen. Bei aufsteigender Feuchte muss zuerst die Abdichtung stimmen.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Preise als Spannen, Angaben ohne Gewähr.

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