Kurz gefasst
Innendämmung ist die Lösung, wenn die Fassade bleiben muss. Sie kostet rund die Hälfte einer Außendämmung und braucht kein Gerüst. Dafür ist sie bauphysikalisch heikler: Jeder Aufbau verschiebt den Taupunkt nach innen. Ohne Feuchteschutznachweis und saubere Anschlüsse wird aus der Dämmung ein Schimmelschaden.
Gebäudehülle
Innendämmung: Kosten pro qm und wann sie sinnvoll ist
Innendämmung kostet pro qm meist 60 bis 150 Euro, fertig verputzt und gestrichen. Damit liegt sie deutlich unter einer Außendämmung. Entscheidend ist aber nicht der Preis, sondern ob der gewählte Aufbau die Wand trocken hält.
60 bis 150 Euro je Quadratmeter, fertig verputzt. Nebenkosten für Laibungen und Maler kommen dazu.
5 bis 10 Werktage für 70 Quadratmeter. Davor 2 bis 4 Wochen für Planung und Nachweis.
Meist keine Baugenehmigung nötig. Steht das Haus unter Schutz, entscheidet die Denkmalbehörde mit.
Was kostet Innendämmung pro qm?
Die Innendämmung kostet pro qm sehr unterschiedlich, weil die Systeme unterschiedlich viel können. Günstige Platten dämmen gut, puffern aber keine Feuchte. Teure Platten nehmen Feuchte auf und geben sie wieder ab.
Die folgenden Preise gelten fertig montiert, verspachtelt und gestrichen, Stand 2026.
| System | Preis je qm | Dicke für rund 0,35 W/(m²K) | Eignung |
|---|---|---|---|
| Verbundplatte aus Polystyrol mit Gipskarton | 45 bis 80 Euro | ca. 10 cm | trockene Wände, kleines Budget |
| Ständerwerk mit Mineralwolle und Dampfbremse | 60 bis 100 Euro | ca. 10 cm | unebene Wände, Leitungen in der Ebene |
| Mineralschaumplatte | 65 bis 110 Euro | ca. 10 cm | Standardfall, nicht brennbar |
| Holzfaserplatte | 70 bis 130 Euro | ca. 9 cm | Fachwerk, Holzbalkendecken |
| Calciumsilikatplatte | 90 bis 150 Euro | ca. 12 cm | feuchtebelastete Wände, Schimmelvorgeschichte |
| Dämmputz auf Kalkbasis | 50 bis 90 Euro | ca. 14 cm | krumme Wände, Denkmal |
| Aerogel oder Vakuumdämmplatte | 200 bis 400 Euro | ca. 3 cm | wenn kein Platz bleibt |
| Feuchteschutznachweis oder Simulation | 300 bis 900 Euro je Projekt | entfällt | bei jedem Aufbau sinnvoll |
| Laibungen von Fenstern dämmen | 15 bis 35 Euro je lfm | entfällt | Pflichtposten gegen Wärmebrücken |
| Steckdosen und Heizkörper versetzen | 60 bis 180 Euro je Stück | entfällt | fast immer nötig |
| Malerarbeiten nach der Montage | 12 bis 25 Euro je qm | entfällt | meist der ganze Raum |
Oft vergessen wird der Verlust an Wohnfläche. Bei 28 Metern Wandlänge und 10 Zentimetern Aufbau sind rund 3 Quadratmeter weg.
Wann ist Innendämmung die richtige Wahl?
Innendämmung ist kein Kompromiss zweiter Klasse. Sie ist bei vier Konstellationen die einzige sinnvolle Lösung.
Denkmalschutz und erhaltenswerte Fassaden. Stuck, Gesimse oder Sichtfachwerk dürfen nicht verschwinden. Von innen bleibt die Ansicht unberührt.
Sichtmauerwerk aus Klinker. Eine Klinkerfassade zu überdämmen zerstört das Erscheinungsbild und ist oft auch im Bebauungsplan untersagt.
Reihenmittelhaus und Doppelhaushälfte. Hier gibt es nur zwei Außenwände. Ein Gerüst rundum lohnt sich nicht.
Einzelne Räume. Stört nur ein kaltes Schlafzimmer, dämmst du diesen einen Raum. Eine Außendämmung geht nur für die ganze Fassade.
Taupunkt und Feuchte verständlich erklärt
Warme Raumluft enthält Wasserdampf. Kühlt sie ab, kann sie weniger Wasser halten und der Überschuss fällt als Tauwasser aus. Der Ort dieses Wechsels heißt Taupunkt.
Ohne Dämmung liegt der Taupunkt in der Mauer, wo die Wand ihn wegtrocknen kann. Eine Innendämmung hält die Wärme im Raum. Die Mauer dahinter bleibt kalt, und der Taupunkt wandert an die Grenze zwischen Dämmung und Mauerwerk.
Es gibt zwei Wege, das zu lösen. Der erste ist die dichte Ebene: Eine Dampfbremse hält die Feuchte aus dem Aufbau heraus. Sie muss lückenlos verklebt sein, sonst wirkt sie an der Fehlstelle wie ein Trichter.
Der zweite Weg ist der kapillaraktive Aufbau. Mineralschaum, Calciumsilikat und Holzfaser nehmen Feuchte auf und leiten sie zurück in den Raum. Diese Systeme kommen ohne Folie aus und verzeihen kleine Fehler.
Welcher Weg passt, klärt ein Nachweis zum klimabedingten Feuchteschutz. Für einfache Fälle reicht das Verfahren nach DIN 4108-3. Bei Schlagregen, Fachwerk oder Holzbalkendecken gehört eine hygrothermische Simulation dazu.
Innendämmung oder Außendämmung im Vergleich
Die Außendämmung ist bauphysikalisch die bessere Lösung, wo sie möglich ist.
| Kriterium | Innendämmung | Außendämmung |
|---|---|---|
| Kosten je qm Wandfläche | 60 bis 150 Euro | 150 bis 250 Euro inklusive Gerüst |
| Erreichbarer U-Wert | 0,30 bis 0,45 W/(m²K) | 0,15 bis 0,24 W/(m²K) |
| Wärmebrücken | bleiben an Decken und Innenwänden | weitgehend gelöst |
| Wohnfläche | geht verloren | bleibt erhalten |
| Speichermasse der Wand | nicht mehr nutzbar | bleibt nutzbar |
| Bauzeit für ein Reihenhaus | 1 bis 2 Wochen | 4 bis 8 Wochen |
| Wohnen währenddessen | raumweise möglich | uneingeschränkt möglich |
| Fassadenbild | bleibt unverändert | ändert sich sichtbar |
Die Sanierung der Fassade und eine mögliche Außendämmung gehören in dieselbe Entscheidung.
Förderung und geforderte U-Werte
Innendämmung ist über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme förderfähig. Der Grundzuschuss liegt bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor, kommen 5 Prozent dazu.
Die förderfähigen Kosten sind je Wohneinheit gedeckelt. Anträge und die aktuellen Sätze findest du beim BAFA, die Kreditvariante läuft über die KfW.
Für die Förderung gilt ein Zielwert beim U-Wert der Außenwand. Bei Innendämmung sind unter bestimmten baulichen Bedingungen höhere Werte zugelassen als bei einer Dämmung von außen. Die genauen Zahlen stehen in den technischen Mindestanforderungen der jeweils gültigen Richtlinie. Ein Energieeffizienz-Experte muss die Maßnahme begleiten und bestätigen.
Alternativ lässt sich die Maßnahme steuerlich absetzen: 20 Prozent der Kosten über drei Jahre für selbstgenutztes Wohneigentum. Beides zusammen geht nicht. Welcher Weg günstiger ist, zeigt der Vergleich der Förderwege.
Häufige Ausführungsfehler, die zu Schimmel führen
Hohlräume hinter der Platte. Wird die Dämmplatte nur mit Mörtelbatzen angesetzt, entsteht eine kalte Luftschicht. Dort schlägt sich Feuchte nieder. Alle Platten gehören vollflächig verklebt.
Offene Anschlüsse an Innenwänden und Decken. An diesen Stellen läuft die Wärme weiter nach außen. Die Dämmung muss 40 bis 60 Zentimeter in den Raum hinein umgeführt werden, sonst schimmelt genau diese Kante.
Ungedämmte Fensterlaibungen. Der schmale Streifen rund um das Fenster wird nach der Dämmung zum kältesten Punkt im Raum. Zwei Zentimeter Hochleistungsdämmung lösen das.
Feuchte Wand nicht vorher geklärt. Aufsteigende Nässe oder ein undichter Sockel dürfen nicht eingepackt werden. Erst die Ursache beheben, dann dämmen. Ein Verdacht klärt sich mit der Checkliste zu feuchten Wänden.
Undichte Dampfbremse. Steckdosen, Rohre und Balkenköpfe durchstoßen die Folie. Jede Durchdringung braucht eine Manschette. Wo das nicht sauber geht, ist ein kapillaraktiver Aufbau die sicherere Wahl.
Balkenköpfe von Holzbalkendecken sind der kritischste Punkt überhaupt. Sie stecken in der kalten Außenwand und können faulen. Bei Holzbalkendecken gehört die Bewertung eines Fachplaners dazu, nicht die Faustregel eines Handwerkers.
Häufige Fragen
Wie dick muss eine Innendämmung sein?
Kann ich Innendämmung selbst anbringen?
Wie viel Heizkosten spart eine Innendämmung?
Muss ich nach der Dämmung anders lüften?
Ist Innendämmung bei Schimmel an der Wand erlaubt?
Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Preise als Spannen, Angaben ohne Gewähr.
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