Kurz gefasst

Eine Holzfassade altert sichtbar, aber nicht jede Veränderung ist ein Schaden. Graues Holz ist oft nur Optik. Weiche Stellen, dunkle Flecken an den Brettenden und abgeplatzte Farbe über offenen Fugen sind dagegen echte Warnzeichen. Wer früh reagiert, kommt mit einem Anstrich aus.

Fassade

Holzfassade sanieren: Schäden erkennen, Kosten, Anstrich

Eine Holzfassade zu sanieren heißt meist: reinigen, schadhafte Bretter tauschen und neu streichen. Das kostet 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter, eine komplett neue Verschalung 120 bis 250 Euro.

Die kurze Antwort: Ein neuer Anstrich mit Vorbereitung kostet 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Müssen einzelne Bretter getauscht werden, rechne mit 60 bis 110 Euro. Eine neue Verschalung inklusive Unterkonstruktion liegt bei 120 bis 250 Euro. Das Gerüst kommt dazu. Die wichtigste Frage ist, ob die Hinterlüftung funktioniert, denn ohne sie hält kein Anstrich lange.
Anstrich

30 bis 60 Euro pro qm inklusive Reinigung und Schleifen.

Neue Verschalung

120 bis 250 Euro pro qm je nach Holzart und Profil.

Pflegeintervall

Lasur alle 3 bis 6 Jahre, Deckanstrich alle 8 bis 12 Jahre.

Welche Schäden zeigt eine alte Holzfassade?

Die meisten Holzfassaden verändern sich zuerst an der Oberfläche. UV-Licht baut das Lignin im Holz ab, die Fassade wird grau. Das ist kein Schaden, sondern natürliche Alterung. Unbehandelte Lärche oder Douglasie darf so aussehen.

Anders sind Schäden, die in die Tiefe gehen. Weiche, dunkle Stellen an den unteren Brettenden deuten auf Fäulnis. Dort sammelt sich Spritzwasser, besonders bei zu geringem Abstand zum Boden. Längsrisse im Brett entstehen durch Schwinden und Quellen. Sie sind oft harmlos, solange Wasser gut ablaufen kann.

Abblätternde Farbe zeigt meist, dass Feuchte von hinten ins Holz dringt. Das passiert bei fehlender Hinterlüftung oder bei zu dichten Anstrichen. Mach den Schraubendrehertest: Sinkt die Spitze leicht ins Holz, ist es morsch. Gänge und Bohrmehl deuten auf Insekten. Wie du Fraßspuren einordnest, zeigt der Ratgeber zum Holzwurm im Dachstuhl.

Was kostet die Sanierung einer Holzfassade?

Die Kosten hängen am Zustand des Holzes und an der Wahl zwischen Anstrich, Teiltausch und Neuverschalung. Die folgenden Spannen gelten für Fachbetriebe, Stand 2026, ohne Gerüst.

MaßnahmePreis je qmPasst bei
Reinigen und vergrautes Holz auffrischen10 bis 25 Eurounbehandelter, gesunder Fassade
Anschleifen und neu lasieren30 bis 50 Eurointakter Lasur, leichter Verwitterung
Alte Farbe entfernen und Deckanstrich45 bis 80 Euroblätternder Farbe
Einzelne Bretter tauschen und streichen60 bis 110 Euroörtlicher Fäulnis
Neue Verschalung mit Unterkonstruktion120 bis 250 Eurogroßflächigem Schaden
Insektenschutzgitter an Zuluft und Abluft8 bis 20 Euro je lfmjeder hinterlüfteten Fassade
Gerüst8 bis 16 Euro je qm Gerüstflächeab Obergeschoss

Beispiel: Ein Giebel mit 60 Quadratmeter Holzschalung wird angeschliffen und neu lasiert, acht Bretter werden ersetzt. Die Rechnung liegt bei rund 2.500 bis 4.000 Euro, mit Gerüst eher bei 3.500 bis 5.500 Euro.

Lasur oder deckender Anstrich?

Eine Lasur lässt die Holzmaserung sichtbar. Sie dringt ins Holz ein und blättert kaum ab. Dafür muss sie häufiger erneuert werden. Ein deckender Anstrich bildet einen geschlossenen Film. Er schützt länger, kann aber bei Feuchte von hinten abplatzen. Dann ist die Renovierung aufwendiger, weil alte Farbe runter muss.

KriteriumLasurDeckanstrich
OptikMaserung sichtbareinheitliche Farbe
Erneuerungalle 3 bis 6 Jahrealle 8 bis 12 Jahre
Renovierungreinigen, anschleifen, überstreichenlose Farbe entfernen, ausbessern
UV-Schutzabhängig vom Pigmentanteilhoch
Fehlerverzeihunghochgeringer, Blasen bei Feuchte

Wechsle nicht ohne Weiteres das System. Auf eine alte Lasur kann ein Deckanstrich, umgekehrt geht es nur nach vollständigem Entfernen. Frag deinen Maler, welches Produkt auf dem vorhandenen Anstrich haftet.

Tipp: Helle Farbtöne heizen sich in der Sonne weniger auf. Das Holz arbeitet weniger, Risse und Harzaustritt werden seltener. Sehr dunkle Anstriche auf der Südseite altern deutlich schneller.

Warum konstruktiver Holzschutz wichtiger ist als Farbe

Die beste Farbe hilft wenig, wenn das Holz dauerhaft nass bleibt. Holz an der Fassade braucht deshalb drei Dinge. Erstens eine Hinterlüftung, damit Feuchte von hinten abtrocknen kann. Zweitens genug Abstand zum Boden, damit Spritzwasser nicht an die Brettenden kommt. Drittens schräg geschnittene Brettenden und Tropfkanten, an denen Wasser abläuft.

Prüfe bei der Sanierung, ob Zu- und Abluftöffnungen offen sind. Oft haben Wespen, Laub oder ein späterer Anbau sie verschlossen. Unten gehören Insektengitter hinein, damit die Luft zirkuliert, aber keine Tiere einziehen. Ein ausreichender Dachüberstand schützt die Fassade zusätzlich. Ist der Überstand selbst marode, hilft der Ratgeber Dachkasten erneuern.

Welche Holzarten eignen sich für neue Bretter?

Für Fassaden werden meist Lärche, Douglasie, Fichte oder Weißtanne verwendet. Lärche und Douglasie sind von Natur aus widerstandsfähiger und können auch unbehandelt vergrauen. Fichte ist günstig, braucht aber einen guten Anstrich. Thermisch behandeltes Holz ist dimensionsstabiler, allerdings teurer.

Wichtig beim Teiltausch: Neue Bretter sehen neben den alten erst einmal anders aus. Bei Lasuren gleicht sich das über einige Jahre an. Bei Deckanstrichen wird die ganze Fläche gestrichen, dann fällt der Tausch nicht auf.

Achte beim Kauf auf trockenes Holz und die richtige Befestigung. Nasse Bretter schwinden nach der Montage und öffnen die Fugen. Edelstahlschrauben verhindern schwarze Rostfahnen, die bei Lärche und Douglasie durch Gerbstoffe entstehen. Plane bei einer Stulpschalung genug Überdeckung ein, damit Regen nicht hinter die Bretter läuft. Bei einer Boden-Deckel-Schalung wird das Deckbrett so befestigt, dass es die Bretter darunter nicht mit festhält. So kann jedes Brett frei arbeiten.

Einzeln sanieren oder im Paket?

Das Gerüst ist bei einer Holzfassade oft der größte Einzelposten. Plane die Arbeiten deshalb mit anderen Maßnahmen an der Gebäudehülle. Soll die Wand gleichzeitig gedämmt werden, kann eine neue Verschalung auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion sinnvoll sein. Wie andere Fassaden saniert werden, zeigt der Ratgeber Fassade sanieren.

Reicht bei einem gemischten Haus mit Putzsockel eine Reinigung der übrigen Flächen, hilft der Ratgeber Fassade reinigen. Und für die Kostenplanung von Anstrich und Putz lohnt der Blick auf Fassade streichen oder verputzen.

Häufige Fragen

Muss eine Holzfassade überhaupt gestrichen werden?
Nicht zwingend. Lärche und Douglasie können unbehandelt vergrauen, wenn die Konstruktion stimmt. Wer die ursprüngliche Farbe behalten will, muss regelmäßig lasieren. Fichte sollte immer geschützt werden.
Kann ich die Holzfassade mit dem Hochdruckreiniger säubern?
Besser nicht. Der Strahl raut die Holzfasern auf und drückt Wasser in Fugen. Bürste, Wasser und ein milder Holzreiniger sind schonender und reichen fast immer aus.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Anstrich?
Bei trockenem Wetter zwischen etwa 10 und 25 Grad, nicht in praller Sonne. Das Holz muss gut abgetrocknet sein. Frühjahr und Frühherbst eignen sich meist am besten.
Hält eine Holzfassade so lange wie eine Putzfassade?
Mit gutem konstruktivem Holzschutz und regelmäßiger Pflege hält sie viele Jahrzehnte. Ohne Pflege altert sie schneller. Einzelne Bretter lassen sich dafür einfacher tauschen als Putzflächen.
Brauche ich einen Holzschutz gegen Pilze?
Bei richtiger Konstruktion und geeigneter Holzart oft nicht. Chemischer Holzschutz ist nur in bestimmten Fällen nötig. Lass dich vom Fachbetrieb beraten, bevor du vorbeugend Mittel aufträgst.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise als Spannen, Stand 2026, Angaben ohne Gewähr.

Weitere Themen aus „Fassade“

Passende Nachbarthemen