Monteur installiert eine neue Heizung im Technikraum
Kurz gefasstGeplant dauert der Tausch zwei bis fünf Tage. Bei einer Havarie greifen Übergangsfristen – überstürzen musst du nichts.

Heizung

Heizung austauschen: Ablauf, Dauer und Pflichten nach dem GEG

Der Heizungstausch ist die Maßnahme mit den meisten Vorschriften und dem größten Zeitdruck – meist fällt die Entscheidung nämlich dann, wenn der alte Kessel bereits streikt. Genau deshalb lohnt es sich, den Ablauf zu kennen, bevor er akut wird.

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Bestandsaufnahme: Alter und Typ der Anlage, Schornstein, Heizkörper, Dämmzustand, vorhandene Leitungen.
  2. Heizlast berechnen lassen. Nicht die Leistung des alten Kessels übernehmen – der ist fast immer überdimensioniert. Eine raumweise Heizlastberechnung kostet einige hundert Euro und ist die Grundlage jeder sinnvollen Auslegung.
  3. Systementscheidung: Wärmepumpe, Pellet, Hybrid oder Fernwärme – abhängig von Vorlauftemperatur, Platz und Anschlussmöglichkeiten.
  4. Energieberatung und Förderantrag vor der Beauftragung. Ein unterschriebener Vertrag vor dem Antrag kostet die Förderung.
  5. Angebote vergleichen, mindestens drei, mit gleicher Leistungsbeschreibung.
  6. Einbau: Demontage, Entsorgung, Aufstellung, Anbindung, Speicher, Regelung.
  7. Hydraulischer Abgleich und Einregulierung – der Schritt, der über die tatsächlichen Betriebskosten entscheidet.
  8. Inbetriebnahme, Einweisung, Dokumentation, Abnahme durch den Schornsteinfeger, falls erforderlich.
Der häufigste Fehler: die neue Anlage nach der Leistung der alten auszulegen. Ein 24-kW-Kessel wird in einem Haus ersetzt, das nach zwischenzeitlicher Dämmung nur noch 8 kW braucht. Bei einer Wärmepumpe führt das zu Taktbetrieb, hohem Verschleiß und schlechter Jahresarbeitszahl.

Was das Gebäudeenergiegesetz verlangt

  • Austauschpflicht für alte Kessel: Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind, dürfen nicht weiterbetrieben werden. Ausgenommen sind unter anderem Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie Bestandsfälle bei selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern.
  • Anforderungen an neue Heizungen mit einem Mindestanteil erneuerbarer Energien – abhängig davon, ob ein Neubau oder ein Bestandsgebäude vorliegt und ob eine kommunale Wärmeplanung vorliegt.
  • Übergangsfristen bei Havarie: Fällt die Heizung irreparabel aus, gelten längere Fristen, in denen eine Übergangslösung zulässig ist.
  • Beratungspflicht vor dem Einbau bestimmter Heizungsarten.

Die Regeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert und hängen zusätzlich vom Stand der kommunalen Wärmeplanung ab. Lass dir den für dein Gebäude und deine Kommune geltenden Stand vom Energieberater bestätigen, statt dich auf allgemeine Aussagen zu verlassen.

Dauer und Kosten

VarianteDauerKosten vor Förderung
Brennwertkessel gegen Brennwertkessel2 bis 3 Tage8.000 bis 14.000 Euro
Luft-Wasser-Wärmepumpe3 bis 6 Tage25.000 bis 40.000 Euro
Pelletheizung mit Lager4 bis 8 Tage25.000 bis 38.000 Euro
Fernwärmeanschluss2 bis 4 Tage plus Hausanschluss8.000 bis 20.000 Euro

Was in den Auftrag gehört

Demontage und Entsorgung der Altanlage, Anpassung von Abgasführung und Kondensatableitung, Speicher, Regelung, hydraulischer Abgleich mit Protokoll, Inbetriebnahmeprotokoll und ein verbindlicher Termin. Und für den Notfall wichtig: eine Regelung dazu, wie geheizt wird, falls sich die Montage verzögert – eine Mietheizung kostet wenig und verhindert ausgekühlte Räume mitten in der Sanierung.

Wie lange dauert der Austausch?

Bei gleicher Technik am gleichen Ort zwei bis drei Tage. Ein Wechsel des Energieträgers mit neuen Leitungen, Speicher und gegebenenfalls Schornsteinanpassung dauert vier bis acht Tage.

Was passiert, wenn die Heizung mitten im Winter ausfällt?

Für Havariefälle sieht das Gesetz Übergangsfristen vor, in denen auch eine konventionelle Anlage eingebaut oder eine Mietheizung genutzt werden darf. Du musst also nicht binnen Tagen eine Grundsatzentscheidung treffen.

Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

Bei einem geförderten Heizungstausch ja, und er ist auch technisch sinnvoll: Ohne ihn arbeitet insbesondere eine Wärmepumpe deutlich ineffizienter, weil die Vorlauftemperatur unnötig hoch bleiben muss.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.

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